Abenteuer Karelien

Mit dem Motorrad auf der Fähre von Travemünde nach Helsinki entlang der Küste Finnlands nach St. Petersburg durch Russisch Karelien zum Nordkap mit dem Postschiff der Hurtigrute um das Nordkap über Norwegen durch Finnland zurück nach Hamburg. Unsere große und einmalige Reise beginnt in Hamburg.

Um die Einreiseerlaubnis und unsere Visa hat sich Jürgen Grieschat von mottouren in Zusammenarbeit mit Globetrotter Tours bereits im Vorwege gekümmert. Ihr gebt uns ca. 2 Monate vorher Eure Reisepässe und alles geht wie von selbst. Jürgen ist der Experte für Reisen in den Osten… mehr zu seiner Person lest Ihr unter www.mottouren.de.
Auf einem Vortreffen erfahrt Ihr alles „Wichtige“ über die Reise, erhaltet ein Roadbook und lernt beim Kaffee, Wein oder Bier die weiteren Reiseteilnehmer/-innen kennen.
Auf der Reise begleite ich Euch mit einem Van, in dem Ihr Euer Gepäck entspannt mitfahren lassen könnt. Ich bin Gudrun, 52 Jahre jung und begeisterte Russlandreisende.

Mit dem Motorrad bin ich bereits mehrfach in Moskau und St. Petersburg unterwegs gewesen. Ein Highlight in meinem Leben war die Reise im Sommer 2001 mit 14 Motorradfans quer durch Sibirien entlang der mongolischen Grenze bis zum Baikalsee. Auf diese Reise jetzt freue ich mich ganz besonders. Den Film und das Buch von Klaus Bednarz Eine Reise durch Karelien – Das Kreuz des Nordens – habe ich verschlungen.
Unsere Reise beginnt in Hamburg. Wir fahren gemeinsam nach Travemünde und beginnen den Urlaub mit einer schönen Schiffsreise. Von Helsinki aus führt die Tour durch Südfinnland nach St. Petersburg. Wir werden den Peterhof besichtigen, mit dem Schiff auf der Newa die Stadt vom Wasser aus er kunden, mit den Motorrädern vor die Eremitage fahren – und zu Fuß St. Petersburg und seine Highlights ein klein wenig entdecken. Für die Unentwegten gehört auch noch ein nächtlicher Spaziergang zu den hochgeklappten Brücken über die Newa dazu.
Wir verlassen St. Petersburg. Es geht über die alte Festung Schlüsselburg entlang des Ladoga-Sees nach Olonec und weiter nach Petrosavotsk und den Onegasee.

Ein Tagesausflug bringt uns auf die alte Klosterinsel Kishi. Diese Insel ist heute Weltkulturerbe und birgt einmalige Dokumente der Holzbaukunst. Der hölzerne Komplex des Kirchhofes von Kishi geht auf das 13.-14. Jahrhundert zurück. Beeindruckend ist die Schönheit der Christi-Verklärungs-Kirche mit ihren 22 Kuppeln, das wohl beeindruckendste Bauwerk der Alten Rus. Nicht minder malerisch zeigt sich die Pokrowsker Fürsprachekirche. Ihre einmalige Neunzwiebelkonstruktion ist nirgendwo mehr in der russischen Holzbaukunst zu finden. Zusammen formieren sie ein in der Tat unvergleichlich schönes Ensemble.
Die wahren Höhepunkte, die Kishi zu bieten hat, sind aber die einzelnen Ikonen und die beiden großen Ikonenwände in der Verklärungs- und Fürsprachekirche, die in unbestechlicher Farbenpracht die Geschichten der Bibel erzählen. Nach den langen Jahren Sowjetherrschaft werden heute wieder in den Kirchen von Kishi Gottesdienste abgehalten. Aber wie lange noch, denn Holzbauwerke sind anfälliger als Steinbauten und bedürfen ständiger Renovierungsarbeiten.
Über Kemi erreichen wir die Solowetzky-Inseln, ein Archipel von sechs Inseln im Weißen Meer am Eingang der Onegabucht, nur 160 Kilometer vom Polarkreis entfernt. Hier entstand zu Beginn des 15. Jahrhunderts eine Klosteranlage, deren Holzkirchen im 16. Jahrhundert durch steinerne Bauten ersetzt wurden.

Unter Zar Iwan den Schrecklichen spielte das Kloster eine strategische Rolle. Das Kloster, die Bastion Gottes, wurde zur Festung. Auch Peter der Große kam nach Solowki, um von hier seinen Krieg gegen die schwedischen Festungen im Onega-See zu führen. Nachdem Zar Peter die Schweden vertrieben hatte, war Russlands Weg zur Ostsee frei. Von da an diente die Klosterfestung auch als Gefängnis, als orthodoxes Alcatraz. Aber berüchtigt wurde es unter den Sowjets, denn das Lager Solowki war Russlands erstes großes Häftlingslager, das Modell des sowjetischen Lagersystems. Als Alexander Solschenizyn den Begriff Archipel Gulag prägte, dachte er an eben diese Inselgruppe.
War es Zynismus der neuen Herren Russlands, dass sie hier ein Lager errichteten? Waren es praktische Überlegungen? Viele Jahre gab es kein Haus, keine Kirche und kaum eine Hütte auf den Inseln, in denen nicht Gefangene gepfercht worden wären. Heute leben wieder Mönche nach strengen Klosterregeln auf den Inseln. Über Kandalakscha und die Halbinsel Kola erreichen wir Mu rmansk, den wichtigen russischen Hafen im Norden.

Vorbei an der Erzstadt Nickel erreichen wir dann das norwegische Kirkenes. Mit einem Postschiff der Hurtiglinie geht es entlang des Nordkaps nach Tromsö. Auf der Fahrt nach Narvik machen wir Station in Innset auf einer Hundeschlittenfarm. Ein Abstecher Richtung Lofoten und ein Stadtrundgang in Narvik geben wieder ganz neue Eindrücke. Entlang der Erzbergbahnstrecke verläuft die Route ins schwedische Kiruna, wo wir das Erzbergwerk besuchen. Die Fahrt geht weiter ins finnische Rovaniemi, der Stadt des Weihnachtsmannes. Hier steht das Postamt, welches das ganze Jahr über Post aus aller Welt an den Weihnachtsmann empfängt. Wir fahren weiter zum Bottnischen Meerbusen bei Oulu. Durch Mittelfinnland gelangen wir nach Savonlinna, der Stadt der Opernfestspiele, in Finnisch - Karelien. Bevor wir die finnische Hauptstadt Helsinki erreichen, machen wir Station bei RUKKA in Lathi.

Von Helsinki aus startet die Fähre zurück nach Travemünde.

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